Die Frauen Fußball WM 2011 sorgte schon im Vorfeld für mehr Schlagzeilen und öffentliches Interesse als jedes Turnier im Frauenfußball zuvor. Die Gründe dafür liegen auf der Hand. Die Gastgebernation Deutschland als zweifacher Titelverteidiger mit einer hoffnungsvollen Mannschaft auf dem Weg zum dritten WM-Sieg in Folge, vermeintlich nur gefährdet durch die Mitfavoriten USA und Brasilien. Die Vorzeichen waren somit deutlicher denn je. Umso überraschender also, dass am Ende doch alles ganz anders kam.
Die Vorrunde: wenig Glanz, viel Spannung
Schon die ersten drei Vorrundenspiele der deutschen Mannschaft, die nach der Vorhersage aller Experten nicht mehr als Trainingsspiele sein würden, entpuppten sich als Kraftakt. Früh zeigte sich, dass vor allem der Druck der Öffentlichkeit und die restlos ausverkauften Stadien nicht spurlos an der deutschen Mannschaft vorbeigingen; an Spielerinnen, die normalerweise bloß vor einigen hundert Zuschauern spielen. Obwohl am Ende der Gruppenphase die erwarteten drei Siege aus drei Spielen zu Buche standen, war die Euphorie bereits ein wenig in Sorge umgeschlagen. Unvergessen die mühsamen, knappen Siege gegen Fußballzwerge wie Nigeria und Kanada, schien sich zum Abschluss der Gruppenphase doch noch ein Licht abzuzeichnen, und zwar beim 4:2 Sieg gegen Frankreich.
Die Hauptrunde: viele Überraschungen
Im Viertelfinale wartete nun Japan auf die deutschen Damen, eine Mannschaft, die sich durch ihren unerschöpflichen Kampfgeist durch die Gruppenphase gekämpft hatte. Das Ausscheiden der ideenlosen deutschen Mannschaft sorgte für fassungsloses Entsetzen. Doch noch mehr im Fokus stand die Partie USA gegen Brasilien, die weitaus früher zustandekam, als erwartet, mit inzwischen bekanntem Ergebnis: die USA setzten sich hauchdünn durch, nach spannendem Spiel mit Verlängerung und Elfmeterschießen – eben jenes Elfmeterschießen, dass den Amerikanerinnen im Finale zum Verhängnis werden sollte, und zwar gegen Japan, den Deutschland-Bezwinger, der nach einer Wahnsinnspartie Weltmeister wurde und damit den Beweis lieferte, dass im Fußball nun einmal nichts gewiss ist, ungeachtet aller Vergangenheit und großer Namen.
